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Insolvenzrecht Hannover

Schuldenregulierung

Zur Schuldenregulierung bzw. Schuldbefreiung stehen überschuldeten Haushalten zwei Wege offen, und zwar die außergerichtliche Schuldenregulierung und die gerichtliche Schuldenregulierung durch die Verbraucherinsolvenz, an deren Ende die Restschuldbefreiung steht. Ein gerichtliches Verfahren findet nur statt, wenn keine außergerichtliche Einigung mit allen Gläubigern erzielt wird.

I) Außergerichtliche Schuldenregulierung

Hier geht es darum, alle anstehenden Zahlungsverpflichtungen (fällige Kreditraten oder unbezahlte Rechnungen) zu ordnen und Regelungen mit allen Gläubigern zu treffen, die es Ihnen möglich machen, diese Schulden angemessen zu begleichen.

Dabei wird den Gläubigern ein Schuldenbereinigungsplan mit einem bestimmten Betrag der Rückzahlung der Verbindlichkeiten unterbreitet.

Vorausgesetzt, alle Gläubiger stimmen dem Schuldenbereinigungsplan zu und die Ratenzahlungsvereinbarungen werden von Ihnen eingehalten, so kann nach einer Zeitdauer von 6 Jahren der restliche Betrag der Schulden nicht mehr von den Gläubigern gefordert werden.

II) Gerichtliches Schuldenbereinigungsverfahren

Ist der außergerichtliche Einigungsversuch gescheitert, können Sie bei dem zuständigen Insolvenzgericht ein Verbraucherinsolvenzverfahren mit Restschuldbefreiung beantragen.

Bevor jedoch das gerichtliche Insolvenzverfahren eröffnet wird, unternimmt das Gericht einen Versuch einer nochmaligen einvernehmlichen Schuldenbereinigung. Vorteil dieses gerichtlichen Einigungsversuches ist es, dass jetzt nicht mehr alle, sondern nur noch die Mehrheit der Gläubiger nach "Köpfen und Schuldsumme" dem Schuldenbereinigungsplan zustimmen muss. Das Gericht kann unter bestimmten Voraussetzungen die Zustimmung der Gläubigerminderheit, die Ihren Plan ablehnt, ersetzen.

Bis zur Entscheidung über den gerichtlichen Einigungsversuch ruht Ihr Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens.

Wird der Plan angenommen bzw. werden die fehlenden Zustimmungen einer Gläubigerminderheit ersetzt, erübrigt sich das weitere Verfahren. Ihre Anträge auf Eröffnungsverfahren und Erteilung der Restschuldbefreiung gelten als zurückgenommen. Der angenommene Schuldenbereinigungsplan hat dieselbe Wirkung wie ein gerichtlicher Vergleich. Dies bedeutet, Sie müssen die im Schuldenbereinigungsplan vereinbarten Zahlungen leisten, ansonsten können die Gläubiger die Vollstreckung beantragen.

Sofern der Schuldenbereinigungsplan keine Aussichten hat, von den Gläubigern angenommen zu werden, da Sie keine Zahlungen (sogenannter Nullplan) oder dergleichen anbieten können, kann das Gericht auf die Durchführung des gerichtlichen Schuldenbereinigungsverfahrens verzichten und in diesem Fall auch bei Scheitern des gerichtlichen Einigungsversuches sofort das Verfahren über den Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens wieder aufnehmen.

Ist das Insolvenzverfahren eröffnet worden, wird Ihr pfändbares Sach- und Geldvermögen zur Deckung der Verfahrenskosten durch einen von dem Gericht einzusetzenden Treuhänder verwertet. Nach einer Wohlverhaltensperiode von 6 Jahren gegenüber Ihren Gläubigern erteilt Ihnen das Insolvenzgericht durch Beschluss die Restschuldbefreiung.


Privatinsolvenz und Restschuldbefreiung

Die Reform der Privatinsolvenz 2014 tritt am 01.07.2014 in Kraft. Diese Reform bietet Schuldnern mit einem hohen Einkommen einen großen Vorteil. Wenn in den ersten 36 Monaten des Insolvenzverfahrens 35 % der Gläubigerforderungen sowie die Verfahrenskosten getragen werden können, kommt es zum vorzeitigen Eintritt der Restschuldbefreiung. Dieses bedeutet eine Verkürzung des Verfahrens auf 3 Jahre. Auf 5 Jahre kann das Verfahren verkürzt werden, wenn zumindest die Verfahrenskosten in diesem Zeitraum bezahlt sind. Für alle übrigen Schuldner bleibt die Rechtslage jedoch unverändert.

Einige Verbindlichkeiten sind jedoch von der Restschuldbefreiung ausgenommen:

  • Geldstrafen
  • Geldbußen
  • Zwangs- oder Ordnungsgelder
  • Zinslose Darlehen, die Dritte zur Begleichung der Kosten des Insolvenzverfahrens gewährt haben
  • Forderungen aus einer vorsätzlich begangenen unerlaubten Handlung.

Die Rechtsanwälte unserer Kanzlei führen für Sie den außergerichtlichen Schuldenregulierungsversuch durch bis hin zum gerichtlichen Insolvenzverfahren (Verbraucherinsolvenz und Regelinsolvenz) mit anschließender Restschuldbefreiung.